Ich bin noch nicht lange auf dem Gelände der Stiftung, da lerne ich Sergej kennen. Er besucht das Stiftungsgelände und schaut nach dem Rechten. Wie ich bald erfahre, ist er Mitglied des Stiftungsvorstandes,außerdem ein pensionierter Journalist und er gibt heute noch in Suchumi eine Wochenzeitung heraus. Es begann bald eine ziemlich interessante Korrespondenz. Er hatte journalistische Arbeiten über die Beteiligung deutscher Wissenschaftler und Ingenieuere in der Nachkriegszeit verfasst, die auf die eine oder andere Art mit der Entwicklung der Atombombe in der Sowjetunion beteiligt waren (Manfred von Ardenne, Gustav Herz u.a.).Auch über die Geschichte und Polik Abchasiens hat er mir selbstverfasste Artikel zur Verfügung gestellt.Wir trafen uns öfter in Suchumi, besonders gern im Strandcafé „Brechalowka“. Er ist ein sehr freundlicher Mensch und half mir ,auch mit seinen Freunden, die verschiedenen Situationen und Hürden in meiner Zeit in Abchasien zu meistern. Vor mehr als zwanzig Jahren gab es in der westlichen Presse einen Aufschrei wegen eines angeblichen Austritts von radioaktivem Material aus Abchasien. IAEO-Inspektoren besuchten sogar die damals nicht anerkannte Republik, fanden aber nichts. Wie sich später herausstellte, kamen die falschen Informationen aus Tiflis, wo man die Weltgemeinschaft davon überzeugen wollte, dass die autonome Republik, die sich von Georgien losgesagt hatte, eine „schmutzige“ Atombombe erwerben könnte. WAS WAR, WAS WAR Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre wurde die Geheimhaltung einiger Dokumente über die Beteiligung der Sonderdienste der UdSSR an der Entwicklung von Atomwaffen im eigenen Land aufgehoben. Aus den veröffentlichten Materialien geht hervor, dass das Jahr 1945 für die Mitarbeiter der wissenschaftlich-technischen Leitung des sowjetischen Geheimdienstes in den Vereinigten Staaten besonders erfolgreich war. Es gelang ihnen, mehrere wertvolle Quellen über das amerikanische Atomprojekt zu gewinnen und eine regelmäßige Versorgung Moskaus mit einschlägigen Informationen sicherzustellen. Im Februar 1945 berichtete der stellvertretende Leiter des wissenschaftlich-technischen Nachrichtendienstes (STI), Leonid Kvasnikov, der Lubjanka: Das Agentennetz der STI-Residenz „ist im Grunde genommen recht effizient und befindet sich in Bezug auf die technische Qualifikation auf einem hohen Niveau. Die meisten Agenten arbeiten nicht aus eigennützigen Motiven mit uns zusammen, sondern auf der Grundlage einer freundschaftlichen Einstellung zu unserem Land“. Der Kreml hatte also ein ziemlich vollständiges Bild von der Entwicklung einer „Superbombe“ im Ozean. Der Akademiker Igor Kurtschatow stellte bei dieser Gelegenheit unmissverständlich fest: Die Entwicklung der ersten einheimischen Nuklearmunition ist zu fünfzig Prozent dem sowjetischen Geheimdienst und zu fünfzig Prozent unseren Wissenschaftlern zu verdanken. Im Prinzip verfügten sie bereits Anfang 1945 über die grundlegenden Informationen über die Atombombe, und es scheint, dass nichts sie daran hinderte, sie im September zu sammeln. In Wirklichkeit war es jedoch unmöglich: Es fehlte die notwendige wissenschaftliche und industrielle Basis, es gab nicht genügend Uran-Rohstoffe, und schließlich waren zu wenige Menschen in einer Reihe von technischen und technologischen Fragen, die gelöst werden mussten, bewandert. Vermutlich aus diesem Grund, eher aber aus politischen Gründen, ist ein anderer Aspekt des sowjetischen Atomprojekts bis heute nicht bekannt geworden: die Beteiligung deutscher Fachleute daran. Informationen darüber sind eher spärlich. Es sei jedoch gleich darauf hingewiesen: Die einheimischen Wissenschaftler waren mit der Entwicklung von Atommunition beschäftigt, aber die Deutschen wurden auch mit einer nicht weniger schwierigen Aufgabe betraut – der Isotopentrennung. Und wenn wir über das Verdienst der letzteren bei der Erschaffung der „Superbombe“ in der UdSSR sprechen, sollte es als recht gewichtig anerkannt werden. Wenn auch kaum entscheidend. Auf die eine oder andere Weise wurde das Physikalisch-Technische Institut in Suchumi dank ihnen zu einem der führenden Institute der einheimischen Atomwissenschaft. LEITER VON STRENG GEHEIMEN EINRICHTUNGEN Tatsächlich wurden im ersten Nachkriegsjahr Hunderte von deutschen Wissenschaftlern an die Sowjetunion ausgeliefert, die im Dritten Reich an der Verwirklichung des „Uranprojekts“ – wie Hitlerdeutschland die Arbeiten zur Schaffung der Atombombe nannte – arbeiteten. Übrigens versicherte der Postminister, der dieses Projekt formell überwachte, dem Führer, dass er mit einem sehr bescheidenen Budget seines Ministeriums eine „Wunderwaffe“ herstellen und damit das Vaterland retten würde … Die zukünftigen Akademiker Lev Artsimovich (1909-1973), Isaac Kikoin (1908-1984) und Julius Khariton (1904-1996) waren in Deutschland auf der Suche nach den richtigen Leuten und der richtigen Ausrüstung. Mitte Mai 1945 kamen sie in Militäruniformen mit Oberst-Emblemen in Berlin an. Yuliy Borisovich, der letzte (in alphabetischer Reihenfolge) dieser „großen Drei“, war vielleicht der zu seiner Zeit geheimste unserer Atomwissenschaftler. Er gilt als „Vater“ der sowjetischen „Superbombe“, dank derer die UdSSR 1949 den USA ihr Atommonopol entziehen konnte, was die fragile Nachkriegswelt ins Gleichgewicht brachte. Allein die Liste von Charitons Orden ist beeindruckend: dreimaliger Held der sozialistischen Arbeit, Träger von drei Stalinpreisen und des Leninpreises, Träger der Goldenen Kurtschatow-Medaille und der Großen Goldenen Lomonossow-Medaille. Iwan Serow, stellvertretender Volkskommissar (seit März 1946 – Minister) für innere Angelegenheiten der UdSSR, leitete die Operation zur Suche nach den „richtigen Deutschen“. Neben Wissenschaftlern wurden auch Ingenieure, Mechaniker, Elektriker und Glasbläser in unser Land geschickt. Viele von ihnen wurden in Kriegsgefangenenlagern gefunden. Max Shteinbek zum Beispiel, ein zukünftiger sowjetischer Akademiker und späterer Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften der DDR, wurde im Lager gefunden, wo er im Auftrag seines Vorgesetzten Sonnenuhren entwarf. Insgesamt waren nach einigen (teilweise widersprüchlichen) Angaben siebentausend deutsche Spezialisten in der UdSSR an der Durchführung des Atomprojekts und dreitausend am Raketenprojekt beteiligt. 1945 wurden die Sanatorien Sinop und Agudzery, die sich in Abchasien befanden, deutschen Physikern zur Verfügung gestellt. Dies war der Beginn des Instituts für Physik und Technologie in Suchumi, das damals Teil des Systems der streng geheimen Einrichtungen der UdSSR war. „Sinop“ wurde in den Dokumenten als Objekt „A“ bezeichnet und von Baron Manfred von Ardenne (1907-1997) geleitet. Diese Person ist in der Welt der Wissenschaft legendär, wenn nicht sogar ikonisch: einer der Begründer des Fernsehens, der Entwickler von Elektronenmikroskopen und vielen anderen Geräten. Dank von Ardenne wurde in der UdSSR eines der ersten Massenspektrometer der Welt entwickelt. 1955 durfte der Wissenschaftler in die DDR zurückkehren, wo er ein Forschungsinstitut in Dresden leitete. Das Sanatorium Agudzeri erhielt den konventionellen Namen Objekt „G“. Geleitet wurde es von Gustav Hertz (1887-1975), dem Neffen des berühmten Heinrich Hertz, den wir seit unserer Schulzeit kennen. Die Hauptaufgabe von von Ardenne und Gustav Hertz bestand darin, nach verschiedenen Methoden der Uranisotopentrennung
Озеро Риза
Es ist Herbst. Mir wurde immer wieder mal der Riza-See empfohlen und ich machte mich au den Weg. Hoch im Kaukasus, auf etwa 1000 m Höhe, mitten in einem Naturschutzgebiet.Der Weg dahin erwies sich für mich aber als schwierig. Kräftemäßig machte es Lucie, dem Lkw, nichts aus, aber die Straße dahin bestand quasi nur aus Haarnadelkurven, die Steigungen fast immer über 10 % und das über mehr als 100 km. Neugierig angekommen stellte sich heraus: Es war das reine Touristen-Gebiet, zum Glück war es außerhalb der Saison. Nachdem man mich von meinem selbst ausgesuchten Parkplatz gebührenpflichtig verscheucht hatte, landete ich etwas abseits auf dem großen Allgemein-Parkpatz. Der Vorteil ein hervorragender Ausblick auf den Kaukasus und seine Berge. Nachdem ich die Touristenburg einmal erkundet hatte, kam ich auch mit etlichen anderen Touristen ins Gespräch. Ich wusste schon, dass am anderen Ende des Sees die Sommerresidenz von Stalin war, die man besichtigen konnte. Also machte ich mich auf die Fahrt über Waldwege am Ufer des Sees. Nach einem Viertel der Strecke musste ich aber leider wieder umkehren. Über den Waldweg waren immer wieder mal Banner und Transparente touristischen Inhalts gespannt, aber für meinen Lkw in viel zu niedriger Höhe. Ich hätte die Transparente also weggerissen und das wollte ich dann doch nicht. Also spazierte ich noch ein bisschen durch den Wald und an das Seeufer, bevor ich wieder zurück auf den großen Parkplatz fuhr, um denn am Abend wieder zurück nach Eschera zu fahren.
Второе парковочное место
Mein Standplatz im oberen Eschera im Gelände der Stiftung war im Anstieg des Kaukasus unweit der Europastraße zwischen Adler und Suchum. Dort war ich gut untergebracht, hatte Wasser und Strom gleich nebenan und es war landschaftlich sehr schön. Allerdings war es ringsherum menschenleer, hier verirrte sich kein Mensch hin, zumal es ja auch mitten in einem privaten Grundstück war. In Bezug auf meine Absicht unter den Menschen auf meiner Reise für die Völkerfreundschaft zu werben, war das keine Option. Ich beschloss also nach Suchum ans Merr zu fahren in der Hoffnung, dort auf viele Menschen zu treffen.Die direkte Strandpromenade war von den Straßen noch durch einen breiten waldigen Grünstreifen getrennt und ich beschloss mich am Ende einer solchen Zufahrtsstraße hinter das Café „blauer Vogel“ zu stellen. Mäßig viele Menschen liefen hier entlang zur Strandpromenade, entdeckten mich und das Auto und so kam ich schon öfter ins Gespräch. Allerdings viel mehr Spaziergänger liefen entlang der Strandpromenade und so sucht ich dort weiter nach einem noch günstigeren Platz. Nach ein paar Tagen beschloss ich an den Rizza-See zu fahren, der mir oft als Ausflugsziel genannt wurde. Mit Sergej und Kesoi im Café Nartaa Genau in dem Moment kamen zwei Herren im Pkw, die mich aufforderten mit ihnen mitzufahren, sie wollten meine Personendaten und den Zweck meines Aufenthaltes ermitteln. Etwas irritiert stieg ich in den Pkw und sie fuhren mich in ein staatliches Gebäude hinter einer Schranke und Absperrungen. Im Büro waren sie freundlich zu mir, boten mir Kaffee, Essen und Zigaretten an und befragten mich. Zum Schluss, nach einer Stunde, unterschrieb ich das Vernehmungsprotokoll und sie fuhren mich zurück zu meinem Sandplatz. Na ja …
город Сухуми
Suchum (Suchum), die Hauptstadt Abchasiens, ist herrlich am Schwarzen Meer gelegen. Im Rücken die Berge des Kaukasus, weit gespreizt die schöne Stadt. Das Zentrum, nach den Kriegen wieder aufgebaut, zeigt das Gesicht eines südlichen Kurortes, wunderschön. Außerhalb des Zentrums in den Wohngebieten, oft typische Bauten aus der Zeit der Sowjetunion. Viele Anzeichen deuten aber noch auf die Zeit des Krieges, längst sind alle Kriegsspuren noch nicht wieder beseitigt. Unverkennbar auch, das Lebensniveau in Abchasien ist nicht von Reichtum gekennzeichnet.
Воспоминания о войне
Die Europastrasse entlang vom oberen Eschera, dem Standplatz im Gelände der Stiftung, bis in die Hauptstadt Suchumi (Suchum) am Meer waren es 7 km. Dorthin fuhr ich auch einkaufen, Menschen kennenlernen und am Meer verweilen. Etwa auf der halben Strecke, über ein steiles Tal, war eine Brücke. Wie mir die Einheimischen erzählten, wurde sie nach dem großen vaterländischen Krieg von deutschen Kriegsgefangenen gebaut, wie übrigens auch der Wiederaufbau des Bahnhofes. Zu beiden Seiten der Brücke, an den Felswänden, sind Gedenktafeln an Gefallene der Kriege (1992, gegen Georgien. Das war sehr auffällig, auch weil es immer wieder von frischen Blumen geschmückt war. Wie ich beobachten konnte durchaus nicht von „staatlichen“ Blumen, denn es waren Privat-Pkw, die die Blumen und den Grabschmuck brachten. Wiederunm auffällig auch der Grabschmuck, der neben frischen Schnittblumen auch oft aus Gläsern, halb gefüllten Wodkaflaschen und Speisen bestand.
Ужасная авария
Die vierspurige Hauptstraße, rechts noch die Parkspur, es geht eng zu.Ich fahre dummerweise auf der Innenspur. Ein Krach, ich halte an, bei einem Pkw war die Tür umgebrochen, sie hatte sich zwischen Stoßstange und vorderem rechten Schutzblech verfangen. Viel Geschrei, zum Glück kam kein Mensch zu Schaden. Polizei, ruhig, freundlich Unfallaufnahme. Behauptung gegen Behauptung, ich hatte keinen Zeugen, meiner Ansicht nach wurde die Pkw-Tür geöffnet, während ich vorbei fuhr. Alkoholtest, Polizeistation, Vernehmung, Protokoll – ruhig, nicht unfreundlich. Am nächsten Tag, 10 Uhr, sollte eine Gegenüberstellung sein. Die fand aber nicht statt – Polizeifeiertag. Sergej unterstützte mich, obwohl es ihm gesundheitlich nicht gut ging und ihn das ziemlich mitnahm. Ich sollte mich mit dem Unfallgegner einigen, alle meine abchasischen Freunde rieten mir die Schuld auf mich zu nehmen, sonst wäre eine Gerichtsverhandlung nötig, das könnte viele Monate dauern. Auch mich hat die Ungewissheit sehr mitgenommen, ich fing nach 30 Jahren wieder an zu rauchen!Schließlich einigten wir uns auf ein Äquvalent von 1000 Euro, ich zahlte mit Sergej als Zeugen. Auf seinen Vorschlag ging der Geschädigte mit mir ins Polizeipräsidium und erklärte – alle Ansprüche wären aufgehoben. Protokoll, alle unterschrieben, der Fall war erledigt. Blieb schließlich die Reparatur des Schutzbleches aus Plastic. Wowa aus der Stiftung half mir sehr dabei, er hatte auf dem Stiftungsgelände eine große Werkstatt. Schließlich waren außer ein paar kleine Beulen kaum noch etwas zu sehen – So ine Aufregung, auch Sergej hatte das alles sehr mitgenommen … Zusammenbau Teil 1 fertig
Абхазия - Воскресенье в Абхазии
Sonntag ist arbeitsfrei, die Menschen erholen sich, treffen sich mit Freunden, grillen Schaschlik, hören Musik, essen und trinken, die Kinder quirlen dazwischen. Ein schöner selbst gemauerter Grillofen Das wird das Gegrillte und hier ist es schon fast aufgegessen Sie bestaunen den fremdländischen Gast, wollen vieles wissen. Sie beziehen mich wie selbstverständlich mit ein, mein russisch reicht gerade schon aus, ihre Gespräche einigermaßen zu verfolgen. Gesundheit, Bekanntschaften, Politk. Palästina, Bergkarabach. Armenien, die Ukraine, hitzig, nachdenklich. Keiner, außer mir, der nicht auch ständig ein Auge auf seiln Smartphone wirft… (Ich habe mit dem Verständnis der russischen Sprache zu tun…).Heute nachmittag hatte ich ein kleines Konzert gegeben, sie bitten mich im ein paar Lieder. Ich studiere die etwas fremdländischen Sitten und die Meinungsvielfalt und stoße auf die Völkerfreundschaft an… https://www.youtube.com/watch?v=8Nia7ZXCxns
Приглашение в Абхазию
Von Vital, Vorstandsmitglied einer privaten Stiftung werde ich nach Abchasien eingeladen. Mein russisches Visum ist kurz vor dem Ablaufen.Die Reise auf der Seidenstraße braucht eine Alternative, da der Weg in Richtung Sibirien durch das Kontinentalklima im Herbst und Winter für mich nicht möglich ist, bzw. in Frage kommt. Da ist die Schwarzmeerküste eine klimatische Alternative. Südlich des Kaukasus liegt die Hauptstadt Suchumi und nicht weit davon in Eschera ist das Gelände der Stiftung ca. 200m über der Stadt.Wowa, der zur Zeit auf dem Gelände der Stiftung wohnt, empfängt mich und wir suchen einen schönen Standplatz für Lucie aus, alles ganz in der Nähe, einWasseranschluss und eine Steckdose, falls das im Winter nötig wird, da ich ja elektrisch „nur“ von der Solaranlage lebe.So lerne ich das Gelände der Stiftung kennen, typisch für Abchasien eng geschmiegt an das gebirgige Territorium des Kaukasus. So kann man das Gelände der Stiftung auch nur über einen Gebirgsweg mit Haarnadelkurven erreichen, obwohl die Europastraße oberhalb nahe vorbei führt. Zweigestöckige hölzerne Wohn- und Aufenthaltsgebäude, ein gepflegter Gartenhang und rege Bautätigkeit für weitere Werkstatt- und Wohngebäude. Wowa und Dima sind die guten Geister des Stiftunsgeländes. eine Einfahrt ins Gelände Blick aus der Tür Blick von hier auf das Meer Ursprünglich hatte sich ein investigativer Journalist aus der Schweiz hier für seinen Lebensabend niedergelassen. Seiner angeschlagenen Gesundheit war das Schwarzmeerklima sehr zuträglich und er konnte noch einige Jahre hier journalistisch tätig sein, bevor er 2021 an seiner Krankheit starb.Ich hatte sein Grab am Rande des Grundstücks schon entdeckt, ein paar Blumen niedergelegt und das Herbstlaub beräumt.Manfred Petritsch, im Internet bekannt durch seinen Blog „Schall und Rauch“, schrieb dort unter dem Namen „Freeman“. Seine Blog war mir früher schon aufgefallen und ich hatte ihn immer wieder mal besucht. Freemans Grab mein Helfer-Werkzeug Wowa bei der Arbeit Ich versuchte, Wowa und Dima bei ihrer Arbeit, das Grundstück in Ordnung zu halten, als Ausgleich für ihre Gastfreundschaft ein bisschen zu unterstützen.Bald lerne ich auch Sergej kennen. Er ist Journalist im Ruhestand, hat eine eigene Zeitung in Suchum ausgegeben und ist auch Vorstandsmitglied der Stiftung und hat mir in Abchasien viel geholfen zurecht zu kommen.Ich durfte auch einen Pkw der Stiftung nutzen um Einkäufe im 10 km entfernten Suchum zu machen. Kultur an meinem Auto Essplatz sie haben mich zum Essen eingeladen es gab Manti
Место, где можно провести зиму
Mein russisches Visum endet. Der bevorstehende Winter hält mich davon ab, mit einem neuen Visum, das ich mir durch einen Besuch in Deutschland besorgen müsste, diesen Versuch zu unternehmen. Über Telegram hatte ich Vital kennengelernt, der mich einlud Abchasien zu besuchen und bot mir einen Standplatz auf dem Gelände einer abchasischen Stftung an. Diese Einladung, nach einer nochmaligen Rückfrage, habe ich dann gern angenommen. Ich war auch neugierig dieses Land und seine Menschen kennenzulernen, ein Land von dem ich, außer seiner geografischen Lage, fast nichts wusste. Dort sollen der Herbst und der Winter am Schwarzen Meer mit Temperaturen verbunden sein, die man auch in einem Haus auf Rädern gut ertragen kann. Ich machte mich also auf den Weg, Der Grenzübergang von Russland nach Abchasien, ganz nahe am Vorort Adler bei Sotschi, verlief mit Hilfe von Richard (Blog 01.10.2024: Richard aus Adler) relativ unkompliziert, Ricichard, der ja fließend deutsch sprach, füllte mir die Zollpapiere aus und gab mir viele Hinweise, was ich im Weiteren zu beachten hätte. Auf dem Weg die Herbstvegetation im Hintergrund das Schwarze Meer Außer den Geo-Koordinaten, die ich in den Routenplaner eingab, konnte ich mir noch nichts von meinem Ziel vorstellen. Ich fand das Grundstück, das mit einer Schranke verschlossen war, telefonierte mit der angegebenen Telefonnummer und wurde freundlich empfangen. am neuen Standplatz angekommen im Hintergrund ungewöhnliche Bauten daneben eine Versammlung neuer Bekannter Suchumi im Morgenlicht ein Küstenberg im Abendlicht Suchumi und das Meer
Ричард из Adler
Zurück aus Krasnaja Poljana lande ich in Adler, denke ich, lese aber „Sirius“ scheinbar ein Stadtteil, der durch die Olympischen Spiele entstanden ist (Winterspiele 2014?). Ich versuche in Richtung Schwarzes Meer zu fahren und lande mit dem Lkw fast auf dem völlig überfüllten Badestrand. Also schnell noch die Kurve kratzen, ehe ich bestraft werde, das geht aber nur unter Schritttempo, weil die Strandstraßen hoffnungslos zu geparkt sind.Erst mal eine vernünftige Haltemöglichkeit suchen, um einen möglichen Standplatz über Google Earth o.ä. zu finden, quetsche ich den Lkw halb auf eine Wiese neben einem Kinderspielplatz und gefühlten 100 Schnellstraßen, beginne auf dem Tablet mit der Suche …„Hallooo, was machen Sie den da?“ Tönte es von Außen in Deutsch. Oh, jetzt werde ich ausgeschimpft, weil ich so ungünstig stehe?Nein es war Richard, den ich jetzt kennenlerne. Er war mit dem Moped unterwegs, denn mit dem Auto kann man hier bei dem Verkehr nicht fahren (erst recht nicht mit einem Caravan-Lkw). Er wohnt nur 6 km weiter weg, spricht deutsch, weil er mehrere Jahr in Deutschland gelebt hat, wo auch seine Eltern, seine geschiedene Frau und seine Kinder noch wohnen. Als er hört, dass ich einen Standplatz für den Lkw suche, lädt er mich sofort zu sich nach hause ein, er müßte nur noch schnell etwas in der Stadt erledigen.Und wirklich, nicht lange danach lotst er mich verwinkelt in Richtung Berge. Wir halten schließlich in einem sehr bergigen Ortsteil. Sein von ihm vor Jahren befestigter Standplatz ist gerade so groß, dass der Lkw mit Ausstieg Platz hat. Richard (links) und sein abchasischer Nachbar Richard mit seinem Freund Ich lerne die Nachbarn kennen, sein Blockhaus, das er selbst gebaut hat und schließlich bewirtet er mich. Sein Deutsch ist ausgezeichnet, so ist es eine Abwechslung mal wieder nach Monaten mit jemandem deutsch zu sprechen. Wir haben den ganzen Abend Zeit ein gemütliches Gespräch bei Bier zu führen. Er baut und macht alles selbst, wie ich auch, wir verstehen uns gut. Einzig gelingt es ihm nicht, mich zu duzen, das sei er nicht gewöhnt, und so ist es bis heute.Am nächsten Morgen frühstücken wir zusammen, er zeigt mir sein Gästehaus und seinen Campingbus – selbst ausgebaut, natürlich! Dann schlägt er mir vor, dass er mich bis zur abchasischen Grenze mit dem Moped führt und mir bei der richtigen Auswahl der Einfahrtspuren berät. sein Caravan selbstausgebaut im Hintergrund sein Gästehaus Und so geschah es. Schließlich entschloss er sich in meinen Lkw als Beifahrer zu steigen und mit mir die gesamte, für mich recht komplizierte Grenzkontroll- und Zollprozeduren als Dolmetscher zu begleiten. Es gab immer wieder Fragen, die er geduldig beantwortete und schließlich nach 3 Stunden hatten wir es geschafft, ich fuhr in Abchasien ein. Richard zeigte mir, wo er aussteigen wollte, um zu Fuß wieder zurück zu gehen – sooo ein Einsatz!An dieser Stelle noch einmal ein ganz großes Dankeschön.Da er ziemlich unkompliziert nach Abchasien kommen kann, werden wir uns hier bestimmt wiedersehen …