Die Geschichte beginnt am 1.Mai in Wolgograd. Auf dem Parkplatz direkt vor dem Mamajew-Hügel (Mutter Heimat) werde ich von einem jungen Mann angesprochen – Andrej. Er fragt nach dem Auto, dem woher und wohin, stellt uns seine Familie vor und als er hört, dass unser weiterer Weg auch durch Kasan führen wird, lädt er uns promt ein, Kasan ist seine Heimatstadt. Wenn wir in Kasan sind sollen wir unbedingt mal vorbei kommen. Vor dem Mamajew-Hügel Mit Andrejs Familie bei ihm zu hause Unterwegs erkundigen wir uns dann nach seiner Adresse und den Abend verbrachten wir zusammen in ihrer Wohnung. sein Wohnhaus Gasaußeninstallation Andrejs selbstgebauter Wohnwagen Ein interessantes Detail: Die Gasleitungen der Wohnungen werden grundsätzlich an der Außenfassade der Häuser installiert.
Свияжская крепость
Andrej, unser Bekannter aus Kasan, machte uns auf die alte Festung aufmerksam und wir machten auf dem Weg nach Kasan einen Abstecher.Ohne große Erklärungen, die Besonderheiten, die mir im Gedächtnis blieben:1551 beschloß Iwan IV. (der Schreckliche) die Islamische Stadt Kasan (Khanat Kasan) einzunehmen. Auf einem 70 m hohen Hügel 50 km von Kasan entfernt an der Wolge entstand innerhalb von 4 Wochen eine hölzerne Festung. Das Besondere: die Bauteile dafür wurden vorgefertigt auf der Wolga geflösst und verschifft. Ein Jahr später war die Stadt gefallen.Mit dem islamischen Khanat war es das erste, das den russischen Vielvölkerstaat begründete.Daraus wurden im Laufe der Jahrhunderte die verschiedensten Klöster, ein Handelszentrum, eine kleine Stadt, ein Gefängnis, in den 1950-er Jahren eine psychiatrische Klinik und schließlich ein Weltkulturerbe. Heute macht das Ganze auf mich eher den Eindruck eines großen Klosters mit Wirtschaftsbereich und ich sah mehrere diensthabende Geistliche. Noch eine Besonderheit: Durch die Talsperre der Wolga in Kuibitschew (heute Samara) ist die Festung eine Insel geworden.
В Ульяновском многоквартирном доме
Um einen kleinen Eindruck von den Städten zu bekommen, beschließen wir:1 Tag Stadt – Eine Sehenswürdigkeit – einmal eine Stunde durch das Zentrum Schlendern und damit ist ein ganzer Tag schon völlig ausgefüllt. In Uljanowsk entscheiden wir uns für eins der vielen Museen und unter den vielen Lenin-Museen für das Haus seiner Familie, in der er geboren wurde und aufwuchs. Das Familienanwesen macht einen sehr begüterten Eindruck. Der Vater Studienrat, die Mutter eine starke Hand für ihre 6 Kinder. Eine ständige Haushalthilfe im Haus, eine Kinderfrau ebenso und das Essen wurde von Außerhalb täglich gebracht. Alles Weitere erklären die Fotos. Viele Nebengebäude, (ein Häuschen für ein Labor der heranwachsenden Jungen), ein großer Obst und Gemüsegarten mit Sommerhäuschen etc. Wir laufen einem älteren, etwas gehbehinderten Mann mit Orden in die Arme, kommen ins Gespräch – ein Abgeordneter der Duma, schließlich eine freundliche Verabschiedung – und wie immer : „Viel Glück auf dem Weg“.
Ульяновск – В Парке Побед
Uljanowsk (früher Simbirsk, umbenannt nach dem Tode Lenins 1924 nach seinem Geburtsnamen), eine Großstadt an der Wolga (am Kuibischwer Stausee), ca. 800.000 Einwohner.Da uns die Reise von Stadt zu Stadt führt immer wieder das gleiche Problem:Höllischer Verkehr, ganz schwierig einen Parpklatz zu finden, schon gar nichts, wo man vernünftig übernachten kann. Bei besonderen Sehenswürdigkeiten ist natürlich gar nicht an Parkplatz zu denken. Deshalb die Idee: Am Stadtrand nach Möglichkeiten suchen und parken, dann mit dem Taxi zu den Sehenswürdigkeiten. Trotz der niedrigen Taxi-Preise bei den Strecken in Großstädten (40 – 70 km) aber auch nicht ganz billig. Glück beim ersten Versuch: eine vernünftige Parkfläche auch für die Nacht und gleich daneben ein Zentralpark (Park für Kultur und Erholung), der in Uljanows „Park der Siege“ heißt. Ein Teilabschnitt davon, der Park der Kosmonauten mit einer Gagarin-Büste. Wie immer in diesen Parks ein sehr ausgedehnter Rummel und wir hatten uns angewöhnt dann auch einmal aus dem Riesenrad die Stadt und die Gegend zu betrachten. https://www.youtube.com/watch?v=XHOmBV4js_E Von der Musik im Café inspiriert …
Димитровград
Auf der Hälfte der Strecke nach Uljanowsk eine Pause. Wir werden angesprochen, Michael fragt uns neugierig aus, schließlich, fast schon bei Abschied, fragt er ob er uns irgendwie helfen kann, ob wir irgend etwas brauchen … Ja, Natascha fiel ein, wir brauchen frisches Trinkwasser! Er versprach natürlich sofort zu helfen und am Abend waren unsere Wassertanks voll.
В бункере Сталина
Gleich in der Nähe des Hafens ein unscheinbares Museum. „Der Bunker Stalins“.Wir beschlossen das Museum, das entsprechend tief unterirdisch 8 Etagen tief angelegt war, zu besuchen es war ganz in der Nähe. Stalin selbst musste sich wohl nie bis dahin zurückziehen. Alles weitere kann man bei Wikipedia nachlesen, was dort geschrieben steht stimmt mit unseren Erlabniss vor Ort scheinbar überein:https://de.wikipedia.org/wiki/Stalinbunker
Авария „сбита“
https://neuekarawane.de/wp-content/uploads/2025/06/anhand-des-Videos-hat-sie-uns-im-Internet-gefunden.mp4 ihr Not-repariertes Auto ihr notrepariertes Auto Julia bei uns im Auto Ein böses Erwachen am nächsten Morgen:Auf Telegram fand ich von einer unbekannten Telefonnummer Fotos und ein Videoclip, ich hätte gestern beim Wenden einen Pkw angefahren.Das hatten wir aber beide nicht bemerkt, sind deswegen weitergefahren, was wohl „Fahrerflucht“ heißt. Natascha hat ihr etwas zum Essen gemacht unser Schaden unsere Notreparatur Wenn wir uns mit der Geschädigten nicht bei der Polizei träfen, müsste unser Auto auf die Fahndungsliste gesetzt werden …Strömender Regen, die Polizeidienststelle schwer zu finden … entschuldigte ich mich bei Julia, der das Auto gehört. Nach einiger Zeit hat sie mir verziehen, war sogar dann mit in unserem Autohaus, Natascha hat ihr was zu essen gemacht. Dann erzählte sie, wie sie durch unsere Aufschrift „www.neuekarawane“ meine Telegram-Nr. im Internet gefunden hatte.Eine russische Haftpflichversicherung hatte wir ja pflichtgemäß abgeschlossen. Der Hauptmann, der den Fall dann unter Zuhilfenahme seiner Kollegen bearbeitet hat, hat gute 4 Stunden damit zugebracht. Schließlich alle Protokolle unterzeichnet, den Vorgesetzten und die Kollegen noch einmal konsultiert. Er teilte mir mit, dass alle uns glaubten, dass wir den Zusammenstoß beim ganz langsamen Rückwärtsfahren nicht bemerkt hatten – also juristisch keine Fahrerflucht. Da schließlich alle auch mitbekommen hatten, dass wir für die Völkerfreundschaft unterwegs waren, entschied er – ausnahmsweise keine Strafe für mich, ich musste ihm aber versprechen -nie wieder rückwärts fahren ohne Einweisung … das will ich auf jeden Fall beherzigen.
В порту Самары
Samara ist wohl die neuntgößte Stadt Russlands mit guten 1,2 Millionen Menschen. Die Flüsse Samara und Sok fließen hier in die Wolga.Immer das gleiche Problem in einer Großstadt einen Standplatz zum Übernachten zu finden. Nach einigen Versuchen entdeckten wir einen Parkplatz am Flußhafen der Wolga.Das Ambiente ringsum bescherte uns einen sehr angenehmen Tag. Standplatz am Hafen Wolgadampfer ein alter Seefahrer
Саратов и Энгельс
Wanderung zum Mahnmal Mahnmal Auf dem Berg ein großer Park noch ein Obelisk Saratow, früher Kuibitschew, liegt am rechten, sogenannten „Bergufer“ der mittleren Wolga. Es ist ein wichtiges Kultur- und Wirtschaftszentrum sowie Universitätsstadt mit ca. 1 Million Einwohnern.Hier in der Nähe beginnt auch der Wolga-Stausee (Kuibitschewer Stausee), der wohl bis nach Wolgograd reicht.Wir machten eine richtige für uns anstrengende Wanderung auf den höchsten Berg der Stadt. Dort ist auch die zentrale Gedenkstätte des 2 Weltkriees. Das schöne Wetter hatte auch viele andere hierher gezogen in den sehr schönen groszügigen Park. Zur Erinnerung an die deutschen Einwanderer Skulptur vor der Musikakademie Eingang zum Zentralpark im Park Von dort aus sahen wir die lange Brücke über die Wolga und beschlossen mit dem Taxi in die auf der anderen Wolgaseite direkt anliegende Stadt Engels zu fahren. Nach einem Bummel durch das Zentrum bot sich der Zentralpark an, einmal auf dem Riesenrad die Stadt zu überblicken. Schließlich entdeckte Natascha, dass es im Park auch ein Café gab, mit lauter Musik auf einer Freiluft-Fläche zu der getanzt wurde. Und auf diese Art und Weise haben wir am Abend meinen 74. Geburtstag vorgefeiert. die Kunstakademie Künstlerdenkmal von oben Blick in den Park von oben die Stadt Engels Engels am Abend zurück in Saratow 1 zurück in Saratow 2 Auf der „Sibir“
В День Победы в Волгограде
Eigentlich wollten wir an diesem Tag mit Ilja und Alesya durch die Stadt streifen, aber ein Todesfall in Iljas Familie, um den sie sich kümmern mussten, durchkreuzte unsere Pläne.So zogen wir zu zweit durch die Stadt , nicht weit vom Standplatz an der Wolga und ließen uns mit den Menschen treiben, die an dem Tag mit auf den Beinen waren. Wir trafen auch Straßenkünstler, Chöre und ein Konzert. Eine junge Frau mit einer sehr schönen Stimme sang in einem Park russische Lieder, wir hörten zu und ich fragte sie, ob ich auch ein kleines Lied in Russisch-Deutsch singen durfte. Sie gab mir ihr Mikrofon, ich riskierte es in á capella und hoffe, ich hab mich dabei nicht zu sehr blamiert. https://neuekarawane.de/wp-content/uploads/2025/05/katjuscha-2.mp4https://neuekarawane.de/wp-content/uploads/2025/06/video_2025-06-07_18-28-01.mp4 Schließlich landeten wir am Panorama und verfolgten dort um Mitternacht das Feuerwerk am Mamajew-Hügel.