Mir war die Stadt Bratsk noch aus der Schulzeit ein Begriff. Ich konnte mich schwach an ein großes Komsomol-Projekt im Zusammenhang mit einem Wasserkraftwerk erinnern. Ein bisschen Zeit war noch, bis Nowosibirsk, unserem Winterquartier waren noch 2134 km, es würde gerade noch gehen, die 1300 m Umweg zu absolvieren. So schnell kommen wir nicht wieder in diese sibirische Gegend.Ich lernte also Bratsk ist eine Großstadt von ca. 2.500 Einwohnern. Oka und Angara fließen hier zusammen und in der Zeit von 1954 bis 1966 wurde das Vorhaben unter schwierigen territorialen Verhältnissen realisiert. Später kam dann noch der Eisenbahnanschluss an die Baikal-Amur-Magistrale dazu. Nach der Besichtigung der Staumauer gab es noch etliche Begegnungen am Park, an unserem Standplatz und am nächsten Tag fuhren wir noch direkt im Wald an den Stausee. Nun ist der Herbst nicht mehr zu übersehen, die Wolken deuten auf Herbstregen und mir wird so langsam schwummrig: Ich will auf keinen Fall in die Frostperiode kommen, die in Sibirien sehr schnell folgen kann – Also sich sputen!
Sibirien und Pilze
Der Herbst kommt für mich ziemlich plötzlich und zwar genau am Monatswechsel zum September. Obwohl die Temperaturen noch sehr moderat sind gibt es plötzlich auch ganz viele Pilze überall. Da ich ein schlechter Pilzpflücker bin muss ich aufpassen, dass ich keine Pilze aus Versehen zerlatsche. Natascha dagegen hat ein gutes Pilzauge, pflückt Pilze sehr gerne und kann sie auch gut zubereiten und das freut mich wiederum sehr, weil ich Pilze sehr gerne esse. Wenn wir beim Fahren kleine Pausen irgendwo am Straßenrand machen, ist Natascha für eine Viertelstunde verschwunden und kommt mit ganz vielen Pilzen zurück.Ähnlich war es auch als wir zum Abschied vom Baikalsee mit unserer Freundin Natascha und ihrer Freundin Walentina und Günter am Baikalufer saßen. Die Frauen hatten plötzlich die Idee Pilze pflücken zu gehen und nicht lange danach kamen sie mit 3 großen Eimern Pilzen wieder.
Die Insel Olchon
Die Insel Olchon Einmal um die halbe Insel herum von Ust Bargusin bis nach Olchon waren es immerhin 1000 km. Wir wussten schon von Dmitri, mit dem wir viel in Verbindung waren, es gab eine Fähre und die war kostenlos.Die Sommerwege der Insel schüttelten uns dann durch bis nach Chushir, wo wir sahen, dass ab hier rückwärts eine Asphaltstraße gebaut wurde. https://neuekarawane.de/wp-content/uploads/2025/09/mit-der-Faehre-nach-Olchon.mp4 Lucie auf der kostenlosen Fähre erster Blick auf die Insel Wir hatten Glück, die Strände waren leer, der Herbst hatte begonnen, die Urlauber verronnen.Allerdings hatten wir auch 2 Tage Regen und der Wind war schon kühl. Bei Dmitri hatten wir eine Insel-Exkursion gebucht und an dem Tag war es noch einmal richtig schönes warmes Wetter. Alles weitere in Fotos, Fotos, Fotos
Der Bahnhof aus Marmor
Ein Denmal am Zentralpark schnell nachpumpen sofort und freundlich Unser nächstes Ziel war eigentlich die berühmte Insel Olchon des Baikalsees. Die lag nun fast genau gegenüber am nord-östlichen Ufer des Sees. Bis dahin wären es wohl genau 940 km.Also einmal unten um den See herum.Auf dem Weg lag Ulan Ude und dort wartete schon unsere Olga auf uns. Das Wiedersehen wurde aber gleich etwas getrübt, plötzlich begann ein Hinterreifen deutlich Luft zu verlieren. PANIK, einige Kilometer weiter sollte eine Lkw-Reifenwerkstatt sein, also den Reifen noch mal dolle aufgepumpt und im Eiltempo zur Werkstatt – geschafft.Eine freundliche Begrüßung, eine schnelle Reparatur, ca. 20 Euro und ein Händeschütteln und schon war alles wieder gut – Gott sei dank! Begrüßung Olga, Olga, wir freuten uns mit Olga Auf dem weiteren Weg streiften wir noch einmal Baikalsk unseren schönen Standplatz am See.Erst kurz vor dem Dunkel werden erreichten wir die kleine Stadt Slyudyanka am Ufer des Sees und eine Station an der Transsibirischen Eisenbahn. Standplatz Baikalsk die kleine Kirche der Bahnhof Gedenktafel Wir hatten erfahren, dass der Bahnhof aus gediegen Marmor gefertigt war. Weiteres Besonderes: Der Marmor stammt hier aus der Gegend um den Baikal, wo er reichlich vorkommt, bräunlich gebändert durch Eisenoxid-Einschlüsse und weiter: Dieser Bahnhof wurde schon zwischen 1902 bis 1916 erbaut.Schon im Dunkeln bummelten wir durch die kleine Stadt und freuten uns am Park auch an der stattlichen Dampflokomotive, die an frühere Zeiten erinnerte. Xilkow, der Initiator im Wartesaal Museumslokomotive Am nächsten Morgen verschwand Natascha noch in der schönen kleinen Kirche gleich neben dem Bahnhof, dann bestaunten wir den Marmor-Bahnhof und entdeckten:Im Bahnhof befand sich auch noch ein schönes kleines Museum und die Museumsleiterin nahm sich viel Zeit für uns. die Transsibirische Eisenbahn aus Marmor der Fahrplan Seitenansicht im Museum Bergwerksunglück 1617
Tschita 2
liegende Tätigkeit Es hatte sich schon schleichend angekündigt. Der Rückweg durch Sibirien von Chabarowsk bis nach Nowosibirsk, das waren immerhin 5000 km verlangte auch viel von unserem Lkw ab.Wenn es die Berge hoch ging, und davon gab es reichlich bis 1500 m, wurde er immer langsamer. Schließlich bei 5 % Steigung waren nur noch 25 km/h möglich, ich war ein Verkehrshindernis.Lange hatte ich das Fahrzeug beim Fahren beobachtet. Auch nach einer Konsultation mit meinen Kindern vermutete ich: Das muss am Kraftstofffilter liegen, der hatte schließlich schon über 40.000 km mitgemacht. 1. chinesische Begegnung 2. chinesische Begeg Filterwechsel Ich quälte mich also noch in die nächste Großstadt Tschita und hielt an der ersten Werkstatt an. Nach dem Hinweis, es sei ja eine PkW-Werkstatt, half sie aber doch, als ich erklärte dass erst mal der Vorfilter gereinigt werden könnte und das hat die Werkstatt relativ schnell machen können und jetzt weis ich auch, wie es geht, beim nächsten mal schaffe ich das von allein. Ich bekam den Hinweis, wo ein Lkw-Ersatzteil-Laden ist und wirklich nach ein paar Anläufen bekam ich einen passenden Kraftstofffilter und eine passenden Ölfilter. Einen passenden Luftfilter konnte ich zwar nicht auftreiben, aber eine Lkw-Werkstatt in der Nähe hat schließlich die neuen Filter eingebaut und den alten Luftfilter nochmal geeinigt. Es hat geklappt … und wie es drinnen aussieht … Kraftstoffvorfilter Und – und – und -? Wirklich der Lkw fuhr wieder spritzig, wie am ersten Tag, es war die Fehlerursache gewesen. Kraftstoffilter WK731 Ölfilter Luftfilter
wieder am Baikal
Unser geplanter Besuch von Ulan Baator war leider nicht zustande gekommen, weil wir nicht bedacht hatten, dass Natascha ja auch einen Pass an der mongolischen Grenze braucht. Den hatten wir aber in Chabarowsk einer Visa-Firma da gelassen, die für Natascha ein China-Visum besorgen sollte. Also hatten wir ein paar Tage mehr Zeit für den erneuten Besuch des Baikalsees. Wir beschlossen noch einmal nach Ust Bargusin zu Natascha und Günter zu fahren, die sich schon auf uns freuten, ein schönes Wiedersehen. Vor der Arbeit gibt es als allerstes was zu essen Sie nahmen uns am nächsten Tag mit zu einer Freundin zur Kartoffelernte. Das hat uns schon überrascht, am Baikalsee Kartoffeln ernten?So lernten wir Ludmilla kennen, die ein paar Straßen weiter wohnte und einen Garten am Haus hatte. Neben einem Gewächshaus und 2 Geräteschuppen gab es auch noch ein kleines Feld. Auf dem waren eben Kartoffeln aber auch Kohl und Möhren und dergleichen gepflanzt. dann geht es tatsächich los wir ernten Möhren Kohl und Kartoffeln Nach einer reichlichen Mahlzeit und vielen Gesprächen machten wir uns schließlich an die Arbeit. Nach zwei, drei Stunden war alles geschafft, 2 Eimer Kartoffeln und etwas Gemüse bekamen wir noch mit, als Lohn für die Arbeit. Blick in Ludmillas Garten Kartoffeln ernten das Ergebnis in der Küche Schließlich verabredeten wir uns für den nächsten Tag Picknick im Wald am Baikalsee zu machen auch wenn es durch den Wind schon etwas kühl war, denn der Herbst zog in Sibirien ein. am Ufer des Baikal dann gibt es etws zu trinken Natascha ist stolz Die Frauen amen auf die Idee im Wald mal nach Pilzen zu gucken … nach gefühlten 15 Minuten kamen sie mit 2 randvollen Eimern Pilzen wieder
Die Strandpromenade
Wir schlendern durch den Park und landen an der Strandpromenade, das ist auch gleich der neue Standplatz für Lucie. am Fluss vom Park es herbstet Promenade vorn ein Gewimmel am Fluss Von Weitem sehen wir ein buntes Treiben. Beim Näherkommen treffen wir auf eine Tanzprobe für das Herbstfest. Unter Anleitung von Ludmilla und dem Italiener Friderico wirbeln die Tänzer und Tänzerinnen herum. Tanz mit jiddischer Zeitung und einem Fotoapparat Tanzpause https://neuekarawane.de/wp-content/uploads/2025/12/Kurzfasung-Tanz.mp4https://neuekarawane.de/wp-content/uploads/2025/12/Langfaasung.mp4 Andrej aus der Philharmonie geborgt das Herbstfest-Ensemble Friderico nach dem Interview Nach der Tanzprobe kamen wir ins Gespräch. Fredeico machte gleich noch ein Interview für seinen Fernsehkanal mit mir und das ganze Ensemble stellte sich noch mal für ein Gruppenfoto. Während unserer Zeit in Birobidshan sind wir von allen möglichen Gesprächspartnern bestimmt 4 oder 5 Mal darauf hingewiesen worden, dass es demnächst am Zentralplatz ein großes schönes kostenloses Konzert geben wird. Wir sind deshalb extra einen Tag länger geblieben und die Stars des Konzertes waren dann Sahra und Oleg Gasmana, in ganz Russland bekannte Künstler. https://neuekarawane.de/wp-content/uploads/2025/08/Sahra-Birobidshan.mp4
Birobidschan
Angeregt durch meinen Sohn Thomas, der entdeckt hatte, das es auf unserer weiteren Route durch die autonome jüdische russische Republik geht und der Umweg nur 100 km war, beschlossen wir uns dort in der Hauptsadt umzusehen. Die Stadt hat ca. 70.000 Einwohner. Es ist wohl der gegenwärtig einzige Ort weltweit mit Jiddisch als Amtssprache.In nur wenigen Tagen haben wir dort so viele schöne Begegnungen mit Menschen gehabt, dass es fast den Rahmen sprengt das im Blog alles wieder zu geben.Ein Polizist fragt mich nach meiner Reise und schenkt mir aus dem Kofferraum seines Autos einen Korb voll Gemüse.Wir übernachten in einer Nebenstraße, ein Nachbar bringt aus seinem Garten lauter Früchte und frisches Wasser, etliche Leute kommen einfach auf uns zu und lassen sich von unserer Reise erzählen. Morgens sehen wir uns traditionsgemäß den Bahnhof der Transsibirischen Eisenbahn an. Zusammenfluss von Biro und Bidschan Bahnhof der Transsib seit 1916 hoch über den Gleisen Bei schönstem Herbstwetter gucken wir uns in der Stadt um. jissisch nicht zu übersehen Tross der grünen Pferde im Park zwei Musikanten die Philharmonie Marschall Masilewski zwei Sonnenkinder Skulpturen Überall Skulptuten Marmor-Ei das Kulturhaus an der Oper
ab ins Winterquartier
Mit der Fähre zurück auf das Festland nach Port Wanino, wo Unsere Lucie schon auf uns wartet. Der Rückweg durch Sibirien wird uns wieder über den Baikal 5436 km bis nach Nowosibisk führen. Schaum auf dem Stillen Ozean die Fähre durch den fernen Osten Auf Grund des Straßennetzes im Fernen Osten von Russland landet man immer wieder auf der Drehscheibe Chabarowsk am Amur. Wir kennen uns schon aus und planen bei schönstem Wetter eine Pause am Hafen und an der Strandpromenade. Amur bei Wind und Wetter auf dem Amur Hafen Chabarowsk Baumkunst mit Mädchen
Die historische Eisenbahn Sachalinsk
Völlig unerwartet entdeckten wir ein Freilichtmuseum der Sachaliner Eisenbahn. Die Geschichte Sachalins schwankt zwischen japanischer und russischer Herrschaft der Insel und so auch, soweit ich gelesen habe, die Spurweite. Der Versuch, das Museum aufzusuchen scheiterte mehrere Male. Zu den angeschriebenen Öffnungszeiten gab es immer wieder den Zusatzzettel: „Der Direktor ist erkrankt …“.Die Exponate, die man durch den stählernen Zaun aber schon sehen konnte waren so imposant, dass es mich immer wieder dort hin zog. Ein Tag vor unserer Abreise lies ich es mir dann aber nicht nehmen wenigstens durch den Metallzaun zu fotografieren: Zwischendurch hatten wir auch das Narurkunde-Museum der Stadt entdeckt und besonders Natascha war sehr neugierig darauf …Ein winziger Ausschnitt der Exponate …