Am Baikalsee nach einer Übernachtung unterwegs am Ufer trafen wir auf eine Familie, die uns erzählte, dass sie jetzt ihren Jahresurlaub am Baikalsee machen wollen. Sie erzählten, sie kämen vom Ufer des Stillen Ozeans – aus Port Wanino.
Irgendwie hallte dieses Erlebnis noch lange in mir nach und ich suchte auf der Karte nach „Port Wanino“. Schließlich entdeckte ich die kleine Stadt am Meer mit ihrem Hafen und ihrem Bahnhof der „Baikal/Amur-Magistrale“ (BAM). Das Besondere, was ich entdeckte: Direkt aus dem Hafen führt eine Fährlinie auf die Insel Sachalin.
Das lies mich dann nicht mehr los und schließlich beschlossen wir auszuprobieren, ob wir irgendwie mit der Fähre nach Sachalin kommen könnten.
Der Routenplaner besagte, dass es bis nach Wanino 1227,8 km waren und es wieder über Chabarowsk führte. Die Straße sollte befahrbar sein, was sich aber später auf der Rückfahrt als sehr relativ herausstellte – eben der ferne Osten.
Vor Allem erkundeten wir, ob und wie und wann wir nach Sachalin kommen könnten.
Es stellte sich heraus, dass die Karten für die Sachalin-Fähre nicht am Hafen sondern auf dem Bahnhof der Baikal-Amur-Magistrale (Ein Endpunkt) an einem gesonderten Schalter verkauft wurden. Da die Karten für heute schon verkauft waren, bekamen wir die Telefonnummer, wir sollten immer wieder anrufen, weil die Entscheidung, ob die Fähre fährt täglich neu und abhängig von Wind und Wellengang getroffen wird.
Und so machten wirs nach 3 Tagen stellten wir uns rechtzeitig im Bahnhof an und ergatterten die begehrten Fährkarten im untersten Preisniveau.
Die BAM war eins der größten Eisenbahnprojekte der Sowjetunion und ähnlich kompliziert wie die Transsibirische Eisenhahn der vor-sowjetischen Zeit. Die 3119 Kilometer wurden von 1974 bis 1989 gebaut und waren das Prestige-Objekt der sowjetischen Jugendorganisation – Komsomol.








